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Im Rahmen des ALARM Projekts werden u.a. die Auswirkungen der
laufenden Klimaerwärmung auf die Zusammensetzung und Verbreitung der Vegetation
untersucht. Wie eine Forschergruppe um den Pflanzenökologen Privatdozent Dr. Gian-Reto
Walther (Universität Bayreuth) nun herausgefunden hat, befindet sich unter den
vom Klimawandel begünstigten Arten auch eine Palmenart (Trachycarpus fortunei).
Diese aus Südostasien eingeführte Art konnte zwar lange Zeit
in den Gärten und Parks unter der Obhut des Menschen überleben, es gelang ihr
aber nicht, sich erfolgreich außerhalb der Gärten in Konkurrenz zu den
einheimischen Arten anzusiedeln.
Erst die milderen Winter der jüngsten Vergangenheit erlaubten
es dieser Palmenart, aus den Gärten zu verwildern. Seit wenigen Jahrzehnten gelingt
es dieser Art, in den Wäldern Fuß zu fassen, aufzuwachsen und sich auch
außerhalb der Gärten zu verjüngen. Dies wurde an verschiedenen Stellen am
Alpensüdfuß im Grenzgebiet der Schweiz und Norditaliens nachgewiesen. Dort
befindet sich mittlerweile die neue weltweit nördlichste freiwachsende Palmenpopulation.
Aber nicht nur auf der Alpensüdseite, auch nördlich der
Alpen ist der Klimawandel spürbar. Die in den Gärten gepflanzten Palmen brauchen
im Winter immer weniger geschützt zu werden, bzw. überleben den Winter in Westdeutschland
ungeschützt im Freien. Auch dort zeigen ältere Exemplare bereits Blüten- und
Fruchtstände, und Sämlinge finden sich mancherorts unter adulten Palmen. Dieses
Frühstadium der Verjüngung in Gärten wurde auch südlich der Alpen zu Beginn des
20. Jahrhunderts beobachtet, reichte aber noch nicht aus, um die Verwilderung
in umliegende Wälder erfolgreich einzuleiten.
Erst mit der weiteren Erwärmung im Verlauf des letzten
Jahrhunderts wurden die klimatischen Bedingungen für das Überleben der
verwilderten Palmen in den Wäldern.
zusehends günstiger. Mit dem für dieses Jahrhundert
prognostizierten Klimawandel ist allerdings auch nördlich der Alpen damit zu
rechnen, dass ähnlich wie im Süden die Bedingungen für die Palmen zusehends
günstiger werden.
Die Trachycarpus-Palme wird aufgrund ihrer Winterhärte in
vielen Regionen der Erde im Grenzgebiet der globalen Palmenverbreitung angepflanzt.
Damit kann über Kontinente hinweg der laufende und zu erwartende Klimawandel an
ein und derselben Pflanzenart beobachtet werden: Die Palme wird somit zum
Indikator und Zeugen der globalen Klimaerwärmung.
Originalveröffentlichung: Walther, G.-R.; Gritti, E.S.; Berger, S.; Hickler, T.; Tang,
Z. & Sykes, M.T. (2007) Palms tracking climate change. Global Ecology and Biogeography, OnlineEarly
article: doi: 10.1111/j.1466-8238.2007.00328.x
Kontaktadresse: PD Dr. Gian-Reto
Walther Universität Bayreuth Lehrstuhl für Pflanzenökologie Telefon (0921) 55-2575 e-mail: gian-reto.walther@uni-bayreuth.de
Das Bild zeigt den Fruchtstand von Trachycarpus fortunei (Foto:
G.-R. Walther Bild/zur Veröffentlichung mit Autorenangabe frei - druckbare
Version mit 300 dpi kann per e-mail bei pressestelle@uni-bayreuth.de
angefordert werden).
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